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Kollagen ist der wichtigste Strukturbaustoff unseres Bindegewebes. Doch Kollagen allein reicht nicht: Für die körpereigene Kollagenbildung braucht der Körper die richtigen Aminosäuren – allen voran Glycin – sowie Vitamin C und weitere Cofaktoren. Gleichzeitig beeinflussen Bewegung, Ernährung, Schlaf, UV-Strahlung, Stress und Umweltfaktoren den Zustand unseres Bindegewebes.

Du stehst morgens vor dem Spiegel und entdeckst eine feine Linie, die letztes Jahr noch nicht da war. Oder deine Knie melden sich nach dem Joggen früher als noch vor ein paar Jahren.

Beides führt zu einer Substanz, die unserem Körper Struktur, Festigkeit und Stabilität gibt: Kollagen.

Kollagenpulver und Kollagendrinks erleben seit einigen Jahren einen Boom. Und tatsächlich lohnt es sich, Kollagen genauer anzuschauen. Denn Kollagen ist weit mehr als ein Beauty-Thema.

Die entscheidende Frage lautet:

Was braucht unser Körper eigentlich, um sein eigenes Kollagen aufzubauen und möglichst lange zu erhalten?

Kurz erklärt: Was braucht unser Bindegewebe?

Für die Kollagenbildung benötigt der Körper zunächst Aminosäuren als Baustoffe. Besonders wichtig ist Glycin: Etwa jede dritte Aminosäure im Kollagen ist Glycin. Vitamin C wird als Cofaktor für die normale Kollagenbildung benötigt. Hinzu kommen weitere Nährstoffe sowie Bewegung, die mechanische Reize auf das Bindegewebe ausübt.

Gleichzeitig lohnt es sich, Faktoren zu reduzieren, die Kollagen und Bindegewebe belasten können.

Es geht also nicht um den einen Stoff, sondern um das Zusammenspiel.

Was ist Kollagen – und warum ist es für das Bindegewebe so wichtig?

Kollagen ist das mengenmäßig wichtigste Strukturprotein unseres Körpers. Rund ein Viertel bis ein Drittel des gesamten Körperproteins besteht daraus.

Dabei ist „Kollagen“ ein Sammelbegriff für unterschiedliche Kollagentypen:

  • Typ I findet sich vor allem in Haut, Sehnen und Knochen.
  • Typ II bildet einen wesentlichen Bestandteil des Gelenkknorpels.
  • Typ III kommt unter anderem in Haut, Blutgefäßen und inneren Organen vor und ist häufig eng mit Typ I verbunden.

Man kann sich Kollagen wie ein flexibles Gerüst vorstellen, das unserem Gewebe Struktur und Zugfestigkeit gibt.

Dieses Gerüst ist keineswegs statisch. Kollagen wird fortlaufend auf- und abgebaut. Und mit zunehmendem Alter verändert sich diese Balance.

Wie stark nimmt Kollagen mit dem Alter ab?

Bereits 1975 untersuchten die britischen Wissenschaftler Shuster, Black und McVitie den Zusammenhang zwischen Alter, Hautdicke und Kollagengehalt.

Sie fanden einen kontinuierlichen altersabhängigen Rückgang des Kollagengehalts der Haut. Die Ergebnisse werden häufig mit einem Rückgang des Hautkollagens von ungefähr einem Prozent pro Jahr im Erwachsenenalter zusammengefasst.

Über Jahrzehnte macht sich das bemerkbar: Die Haut verliert zunehmend an Festigkeit und Elastizität.

Wichtig ist dabei eine klare Abgrenzung:

Die Größenordnung von etwa einem Prozent pro Jahr bezieht sich auf das Kollagen der Haut. Sie lässt sich nicht einfach auf Knorpel, Sehnen oder andere kollagenreiche Gewebe übertragen.

Auch diese Gewebe verändern sich im Laufe des Lebens – aber nicht mit derselben exakt bezifferten Rate.

Bringen Kollagenpulver und Kollagenpeptide etwas?

Kollagen aus der Nahrung oder einem Kollagenpräparat wandert nicht einfach direkt in unsere Haut oder unsere Gelenke.

Es wird während der Verdauung zerlegt. Dabei entstehen Aminosäuren und kleinere Kollagenpeptide, die vom Körper aufgenommen werden können.

Das bedeutet jedoch keineswegs, dass Kollagenpräparate deshalb sinnlos sind.

Inzwischen liegen zahlreiche Humanstudien zu hydrolysierten Kollagenpeptiden vor. Eine systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse von 26 randomisierten kontrollierten Studien mit insgesamt 1.721 Teilnehmern fand Verbesserungen bei Hautfeuchtigkeit und Hautelastizität. Die Autoren weisen zugleich auf Verzerrungsrisiken in den vorhandenen Studien hin.

Kollagenpräparate können deshalb eine sinnvolle Möglichkeit sein, dem Körper charakteristische Kollagenpeptide und Aminosäuren zuzuführen.

Aber damit beginnt erst der nächste Schritt.

Denn aus den aufgenommenen Bausteinen muss unser Körper sein eigenes Kollagen bilden.

Welche Aminosäure ist für Kollagen besonders wichtig?

Eine Aminosäure fällt beim Aufbau von Kollagen besonders auf: Glycin.

Die charakteristische Grundstruktur von Kollagen folgt immer wieder dem Muster Gly-X-Y.

Das bedeutet:

Etwa jede dritte Aminosäure eines Kollagenmoleküls ist Glycin.

Das ist kein Zufall. Glycin ist die kleinste Aminosäure und kann deshalb jene Position im Inneren der dicht gepackten Kollagen-Tripelhelix einnehmen, für die größere Aminosäuren zu viel Raum beanspruchen würden.

Neben Glycin sind insbesondere Prolin und Hydroxyprolin charakteristisch für Kollagen.

Unser Körper kann Glycin selbst herstellen und nimmt es zusätzlich über die Nahrung auf. Besonders reich daran sind kollagen- und bindegewebsreiche Lebensmittel wie Gelatine, Knochenbrühe, Haut und bindegewebsreiche Fleischstücke.

Interessant ist dabei der Blick auf unsere heutigen Ernährungsgewohnheiten: Traditionell wurde von einem Tier wesentlich mehr verwertet als nur Muskelfleisch. Heute essen wir dagegen überwiegend Filet, Steak oder andere muskelfleischreiche Stücke – und damit ein anderes Aminosäurespektrum.

Eine gezielte Glycinzufuhr kann deshalb ernährungsphysiologisch interessant sein. Auch Kollagenpeptide liefern von Natur aus viel Glycin.

Doch selbst die richtigen Aminosäuren reichen für die Kollagenbildung nicht aus.

Warum braucht der Körper Vitamin C für Kollagen?

Vitamin C ist ein zentraler Cofaktor der körpereigenen Kollagenbildung.

Es wird unter anderem von den Enzymen Prolyl- und Lysyl-Hydroxylase benötigt. Diese verändern bestimmte Aminosäuren der entstehenden Kollagenkette und sind damit wichtig für die Ausbildung der stabilen Kollagenstruktur.

Wie fundamental diese Funktion ist, zeigt das Extrembeispiel Skorbut: Bei schwerem Vitamin-C-Mangel ist die normale Kollagenbildung gestört.

Die Bedeutung von Vitamin C für Kollagen ist deshalb wissenschaftlich gut abgesichert. Auch die Europäische Union hat entsprechende Health Claims zugelassen:

Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion von Haut, Knochen, Knorpel, Zähnen, Zahnfleisch und Blutgefäßen bei.

Gute natürliche Vitamin-C-Quellen sind beispielsweise Paprika, Beeren, Zitrusfrüchte, Sanddorn und Acerola.

Welche Nährstoffe braucht der Körper für die Kollagenbildung?

Für den Aufbau von Kollagen braucht der Körper Aminosäuren als Baumaterial und Vitamin C als wichtigen Cofaktor. Glycin nimmt dabei eine besondere Stellung ein, weil etwa jede dritte Aminosäure des Kollagens Glycin ist. Daneben sind Prolin und Hydroxyprolin charakteristische Bestandteile. Auch Kupfer und Mangan spielen beim normalen Bindegewebe eine Rolle.

Kupfer trägt zur Erhaltung von normalem Bindegewebe bei, Mangan zu einer normalen Bindegewebsbildung.

Das bedeutet nicht, dass all diese Stoffe einzeln supplementiert werden müssen.

Eine abwechslungsreiche Ernährung liefert Protein, Vitamine, Mineralstoffe und eine große Vielfalt weiterer natürlicher Nahrungsbestandteile.

Unser Körper baut schließlich auch kein Bindegewebe aus einem einzigen Stoff.

Infografik zur Kollagenbildung: Aus Protein und Kollagenpeptiden entstehen Aminosäuren wie Glycin und Prolin, aus denen der Körper mit Vitamin C Kollagen bildet.

So entsteht Kollagen

Aus Nährstoffen wird körpereigenes Kollagen – ein Zusammenspiel vieler Bausteine. Kollagen liefert Peptide und Aminosäuren. Glycin ist dabei besonders wichtig. Vitamin C trägt zur normalen Kollagenbildung bei.

Warum Bewegung für Faszien und Bindegewebe wichtig ist

Aus meiner osteopathischen Praxis heraus kommt noch ein zweiter wichtiger Aspekt hinzu.

Unser Bindegewebe besteht nicht aus voneinander isolierten Strukturen. Die Faszien bilden ein zusammenhängendes Netzwerk, das Muskeln, Organe und Gelenke miteinander verbindet. Kollagen ist ein wesentlicher Bestandteil dieses Systems.

Und dieses Gewebe braucht nicht nur Nährstoffe.

Es braucht Bewegung.

Mechanische Reize beeinflussen den Stoffwechsel des Bindegewebes. Fibroblasten – Zellen, die unter anderem Kollagen produzieren – reagieren auf Belastungsreize.

Umgekehrt kennen viele Menschen das Gefühl nach stundenlangem Sitzen: Der Körper fühlt sich steif und unbeweglich an. Umgangssprachlich sprechen wir auch davon, dass Faszien „verkleben“.

Deshalb gehören Ernährung und Bewegung für mich immer zusammen:

Die Ernährung liefert die Bausteine – Bewegung setzt die Reize, die unser Gewebe braucht.

Was kann Kollagen und Bindegewebe belasten?

Genauso wichtig wie die Frage nach dem Aufbau ist die andere Seite der Gleichung:

Welche Faktoren setzen unserem Kollagen zu?

UV-Strahlung

Intensive und wiederholte UV-Belastung fördert in der Haut Prozesse, die Kollagen abbauen.

Dabei spielen sogenannte Matrix-Metalloproteinasen, kurz MMPs, eine wichtige Rolle. Diese Enzyme können Bestandteile der extrazellulären Matrix und damit auch Kollagen abbauen. Chronische UV-Exposition gehört deshalb zu den wesentlichen Faktoren der vorzeitigen Hautalterung.

Zucker und Glykierung

Zucker kann mit Proteinen reagieren. Dieser Prozess wird als Glykierung bezeichnet.

Dabei entstehen sogenannte Advanced Glycation Endproducts, kurz AGEs. Langlebige Proteine wie Kollagen können davon betroffen sein. Die Veränderungen können die Eigenschaften des Gewebes beeinflussen.

Schlaf und Regeneration

Unser Körper nutzt Ruhephasen für zahlreiche Regenerations-, Umbau- und Aufbauprozesse. Ausreichender Schlaf gehört deshalb zu den Grundlagen eines gesunden Lebensstils – auch wenn sich Bindegewebsgesundheit selbstverständlich nicht auf den Schlaf allein reduzieren lässt.

Chronischer Stress

Dauerhafter Stress verändert unsere hormonelle Regulation und kann dadurch zahlreiche Aufbau- und Abbauprozesse im Körper beeinflussen.

Und schließlich gibt es noch einen Bereich, der in der Diskussion über Bindegewebe häufig wenig Beachtung findet:

unsere Umwelt.

E-Smog und oxidativer Stress: Was wissen wir?

Mobilfunk, WLAN und andere hochfrequente elektromagnetische Felder gehören heute praktisch rund um die Uhr zu unserem Alltag.

In experimentellen Studien wird seit Jahren untersucht, ob hochfrequente elektromagnetische Felder oxidativen Stress beeinflussen.

Das ist für das Bindegewebe grundsätzlich interessant, denn oxidativer Stress spielt bei zahlreichen zellulären Prozessen und auch beim Kollagenabbau eine Rolle.

Allerdings ist die wissenschaftliche Situation nicht eindeutig: Eine umfangreiche systematische Übersichtsarbeit zu hochfrequenten elektromagnetischen Feldern und Biomarkern für oxidativen Stress bewertete die vorhandene Evidenz insgesamt als sehr unsicher und die Studienergebnisse als uneinheitlich.

Eine Schädigung des menschlichen Bindegewebes durch alltägliche WLAN- oder Mobilfunkbelastung ist damit nicht nachgewiesen.

Für mich ist das dennoch kein Grund, jede vermeidbare Dauerbelastung hinzunehmen.

Hier greift für mich das Vorsorgeprinzip: Wo sich Belastungen ohne großen Aufwand reduzieren lassen, können wir bewusst damit umgehen – auch ohne auf die letzte Studie zu warten.

Das Smartphone muss beispielsweise nicht ständig direkt am Körper getragen werden. Nachts kann Abstand zum Handy gehalten und WLAN ausgeschaltet werden, wenn es ohnehin nicht benötigt wird.

Glyphosat, Glycin und das Vorsorgeprinzip

Auch Umweltchemikalien verdienen Aufmerksamkeit. Im Zusammenhang mit Glycin wird dabei immer wieder Glyphosat diskutiert.

Der Grund dafür ist zunächst chemisch interessant:

Glyphosat heißt N-(Phosphonomethyl)glycin und besitzt strukturelle Ähnlichkeiten mit Glycin – genau jener Aminosäure, die ungefähr ein Drittel unseres Kollagens ausmacht.

Anthony Samsel und Stephanie Seneff formulierten daraus die Hypothese, dass Glyphosat aufgrund dieser strukturellen Ähnlichkeit in biologischen Prozessen mit Glycin interferieren und möglicherweise anstelle von Glycin in Proteine eingebaut werden könnte.

Diese konkrete Substitutionshypothese ist jedoch nicht belegt. In einer 2019 veröffentlichten Untersuchung wurde mit massenspektrometrischen Methoden gezielt danach gesucht, ob Glyphosat in Säugetierzellen Glycin in Proteinen ersetzt. Die Forscher fanden dafür keinen Nachweis.

Das bedeutet nicht, dass damit sämtliche Fragen rund um Glyphosat und seine biologischen Wirkungen beantwortet wären. Es bedeutet aber, dass wir sauber unterscheiden sollten:

Glycin ist nachweislich ein zentraler Strukturbaustein des Kollagens. Die Annahme, dass Glyphosat Glycin im menschlichen Kollagen ersetzt, ist dagegen nicht nachgewiesen.

Für mich bleibt trotzdem ein wichtiger Grundsatz:

Vorsorge ist besser, als bei vermeidbaren Umweltbelastungen auf die letzte Studie zu warten.

Wo sich die persönliche Exposition gegenüber Pestizidrückständen vernünftig reduzieren lässt, halte ich einen bewussten Umgang für sinnvoll. Die Bedeutung einer guten Glycinversorgung wiederum steht unabhängig von der Glyphosat-Diskussion auf einer soliden biochemischen Grundlage.

Infografik: Bindegewebe braucht Protein und Glycin, Vitamin C, Pflanzenvielfalt, Bewegung und Regeneration; belastend wirken unter anderem UV-Strahlung, Zucker und chronischer Stress.

5 Dinge, die dein Bindegewebe jeden Tag braucht

Wenn man die verschiedenen Zusammenhänge zusammenführt, lassen sie sich auf fünf Grundprinzipien reduzieren:

1. Protein und die richtigen Aminosäuren
Eiweiß liefert die Grundbausteine unserer Strukturproteine. Für Kollagen ist insbesondere Glycin von Bedeutung.

2. Vitamin C und weitere Cofaktoren
Vitamin C trägt nachweislich zur normalen Kollagenbildung bei. Eine abwechslungsreiche Ernährung liefert daneben weitere Mikronährstoffe.

3. Bewegung
Bindegewebe reagiert auf mechanische Reize. Regelmäßige und abwechslungsreiche Bewegung gehört deshalb zum Gesamtbild.

4. Regeneration
Ausreichend Schlaf und Erholungsphasen unterstützen die natürlichen Regenerationsprozesse unseres Körpers.

5. Unnötige Belastungen reduzieren
Übermäßige UV-Strahlung, dauerhaft hoher Zuckerkonsum und chronischer Stress gehören zu den Faktoren, die wir selbst beeinflussen können. Auch bei Umweltbelastungen halte ich einen bewussten Umgang nach dem Vorsorgeprinzip für sinnvoll.

Welche Rolle spielen sekundäre Pflanzenstoffe?

Neben Vitaminen und Mineralstoffen werden auch sekundäre Pflanzenstoffe im Zusammenhang mit Alterungs- und Umbauprozessen des Bindegewebes erforscht.

Besonders interessant sind Polyphenole und Anthocyane aus Beeren. In experimentellen Untersuchungen wurden unter anderem Zusammenhänge mit oxidativen Prozessen, Glykierung sowie dem Kollagen- und Elastinstoffwechsel untersucht.

Daraus lässt sich nicht ableiten, dass bestimmte Beeren beim Menschen Kollagen aufbauen oder das Bindegewebe verjüngen.

Für den Alltag braucht es dieses Versprechen auch gar nicht.

Denn eine möglichst abwechslungsreiche pflanzenreiche Ernährung liefert uns ein breites Spektrum unterschiedlichster natürlicher Nahrungsbestandteile.

Diese Erkenntnisse aus der allgemeinen Lebensmittelforschung sind keine Aussage über die Wirkung eines bestimmten Nahrungsergänzungsmittels oder einzelner darin enthaltener Pflanzen.

Vitamin-C-reiche Obst-, Gemüse- und Kräutervielfalt mit Milli Immun als Ergänzung einer abwechslungsreichen Ernährung

Wo Milli Immun ins Bild kommt

Und damit sind wir bei einem Grundgedanken, der uns bei Millivital besonders wichtig ist.

Wir glauben nicht daran, dass eine abwechslungsreiche Ernährung durch ein Nahrungsergänzungsmittel ersetzt werden kann.

Im Gegenteil:

Die Basis sollte immer eine möglichst vielfältige natürliche Ernährung sein.

Milli Immun haben wir als Ergänzung dazu entwickelt. Es kombiniert eine große Vielfalt unterschiedlicher Obst-, Gemüse- und Kräuterzutaten und enthält zusätzlich Vitamin C.

Eine Tagesportion von 9 ml liefert **69 mg Vitamin C und damit 86 % des täglichen Referenzwertes.**¹

Gerade beim Thema Bindegewebe ist die wissenschaftlich anerkannte Funktion dieses Vitamins interessant:

Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion von Haut, Knochen, Knorpel, Zähnen, Zahnfleisch und Blutgefäßen bei.

Milli Immun ersetzt damit weder eine abwechslungsreiche Ernährung noch Bewegung. Und auch ein Kollagenpräparat oder eine gezielte Glycinzufuhr wird dadurch nicht automatisch überflüssig.

Es geht vielmehr um unterschiedliche Bausteine derselben Strategie:

Kollagen liefert charakteristische Peptide und Aminosäuren.
Glycin ist der häufigste einzelne Aminosäurebaustein des Kollagens.
Vitamin C trägt zur normalen Kollagenbildung bei.
Eine vielfältige Ernährung liefert darüber hinaus ein breites Spektrum natürlicher Nahrungsbestandteile.

Bewegung und Regeneration gehören ebenfalls zum Gesamtbild.

Fazit: Bindegewebe braucht mehr als Kollagen allein

Kollagen ist weit mehr als ein Beauty-Trend. Es ist eines der wichtigsten Strukturproteine unseres Körpers.

Kollagenpräparate können eine sinnvolle Möglichkeit sein, charakteristische Kollagenpeptide und Aminosäuren zuzuführen. Besonders interessant ist Glycin, das ungefähr jede dritte Aminosäure des Kollagens ausmacht.

Doch damit endet die Geschichte nicht.

Entscheidend ist nicht nur, was wir zuführen, sondern welche Bedingungen wir unserem Körper für Aufbau und Erhalt seines Bindegewebes bieten.

Dazu gehören ausreichend Protein und Aminosäuren, Vitamin C und weitere Mikronährstoffe, eine abwechslungsreiche Pflanzenkost, Bewegung und Regeneration.

Gleichzeitig lohnt es sich, vermeidbare Belastungen zu reduzieren – von übermäßiger UV-Strahlung und dauerhaft hohem Zuckerkonsum bis hin zu Umweltfaktoren.

Statt also nach der einen Wunderzutat für straffe Haut oder stabiles Bindegewebe zu suchen, lohnt sich der Blick auf das Zusammenspiel.

Herzliche Grüße
Dein Christof und Martin

„Der Körper braucht keine Wunderformel, sondern zuverlässig das, was er zum Bauen benötigt – Tag für Tag. Kollagen und Glycin liefern wichtige Bausteine, Vitamin C wird für die normale Kollagenbildung gebraucht. Dazu kommen Bewegung und Regeneration. Und wo wir unnötige Belastungen reduzieren können, sollten wir das tun. Für mich ist Vorsorge besser, als immer auf die letzte Studie zu warten.“

– Christof Plothe D.O.

Häufige Fragen zu Kollagen und Bindegewebe

Was ist Kollagen?

Kollagen ist das mengenmäßig wichtigste Strukturprotein des menschlichen Körpers. Es ist ein wesentlicher Bestandteil unter anderem von Haut, Knochen, Knorpel, Sehnen und Bindegewebe und verleiht diesen Geweben Struktur und Zugfestigkeit.

Kann der Körper Kollagen selbst herstellen?

Ja. Der menschliche Körper bildet Kollagen selbst. Dafür benötigt er Aminosäuren als Baustoffe sowie verschiedene Cofaktoren. Besonders wichtig ist Vitamin C, das für die normale Kollagenbildung benötigt wird.

Welche Aminosäure ist für Kollagen besonders wichtig?

Glycin ist die häufigste einzelne Aminosäure des Kollagens. Die charakteristische Kollagenstruktur folgt dem Muster Gly-X-Y, sodass ungefähr jede dritte Aminosäure Glycin ist. Auch Prolin und Hydroxyprolin kommen besonders häufig vor.

Warum braucht der Körper Vitamin C für Kollagen?

Vitamin C ist Cofaktor von Enzymen, die Prolin- und Lysinreste während der Kollagenbildung hydroxylieren. Diese Vorgänge sind wichtig für die stabile Kollagenstruktur. Deshalb trägt Vitamin C nachweislich zu einer normalen Kollagenbildung bei.

Ist Kollagenpulver sinnvoll?

Hydrolysierte Kollagenpeptide liefern für Kollagen charakteristische Peptide und Aminosäuren. Meta-Analysen randomisierter Studien zeigen insbesondere für Hautfeuchtigkeit und Hautelastizität positive Ergebnisse, wobei die Studienqualität unterschiedlich ist. Kollagenpräparate können daher Teil einer Ernährungsstrategie sein, ersetzen aber nicht die weiteren Voraussetzungen der körpereigenen Kollagenbildung.

Welche Lebensmittel liefern Glycin?

Glycin kommt besonders reichlich in kollagenhaltigen tierischen Lebensmitteln vor. Dazu gehören beispielsweise Gelatine, Knochenbrühe, Haut sowie bindegewebsreiche Fleischstücke. Der Körper kann Glycin außerdem selbst bilden.

Was belastet Kollagen?

Zu den gut untersuchten Faktoren gehören Alterungsprozesse und UV-Strahlung. Auch Glykierung spielt bei langlebigen Proteinen wie Kollagen eine Rolle. Darüber hinaus beeinflussen Ernährung, Bewegung und Lebensstil die Bedingungen, unter denen unser Bindegewebe auf- und umgebaut wird.

Über den Autor

Christof Plothe D.O. ist Osteopath und Naturheilkundler mit mehr als 30 Jahren Praxiserfahrung. In seiner Arbeit beschäftigt er sich insbesondere mit dem Zusammenspiel von Ernährung, Stoffwechsel, Bindegewebe, Lebensstil und Umweltfaktoren.

Wissenschaftliche Quellen und weiterführende Literatur

  1. Shuster S, Black MM, McVitie E. The influence of age and sex on skin thickness, skin collagen and density. British Journal of Dermatology. 1975;93(6):639–643. DOI: 10.1111/j.1365-2133.1975.tb05113.x.
  2. Pu SY et al. Effects of Oral Collagen for Skin Anti-Aging: A Systematic Review and Meta-Analysis. Nutrients. 2023;15(9):2080.
  3. Shoulders MD, Raines RT. Collagen Structure and Stability. Annual Review of Biochemistry. 2009;78:929–958.
  4. Pinnell SR. Regulation of collagen biosynthesis by ascorbic acid: a review. Yale Journal of Biology and Medicine. 1985;58(6):553–559.
  5. Quan T et al. Matrix-degrading metalloproteinases in photoaging. Journal of Investigative Dermatology Symposium Proceedings. 2009;14:20–24.
  6. Meyer F et al. The effects of radiofrequency electromagnetic field exposure on biomarkers of oxidative stress in vivo and in vitro: A systematic review of experimental studies. Environment International. 2024;194:108940.
  7. Samsel A, Seneff S. Glyphosate pathways to modern diseases V: Amino acid analogue of glycine in diverse proteins. Journal of Biological Physics and Chemistry. 2016;16:9–46.
  8. Antoniou MN, Nicolas A, Mesnage R. Glyphosate does not substitute for glycine in proteins of actively dividing mammalian cells. BMC Research Notes. 2019;12:494.
  9. Verordnung (EU) Nr. 432/2012: Liste zulässiger gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel – zugelassene Health Claims für Vitamin C.


Hinweis:
Dieser Beitrag enthält allgemeine Informationen zu Lebensmitteln, Ernährung und Lebensgewohnheiten. Er dient nicht der medizinischen Beratung und ersetzt keine professionelle Diagnose oder Behandlung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise.